Physiotherapie für Erwachsene 2017-07-04T16:45:57+00:00

Physiotherapie für Erwachsene
Das Bobath Konzept:

ist ein bewährtes, weltweit verbreitetes bewegungstherapeutisches Behandlungskonzept für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen aufgrund neurologischer Funktionsstörungen.

…. basiert auf neurophysiologischen und entwicklungsneurologischen Grundlagen und orientiert sich an den Ressourcen des Patienten.

Therapeutisches Vorgehen:
Die Basis für die Therapie ist die Analyse des Bewegungsverhaltens des Patienten unter Berücksichtigung seiner sozioemotional-kommunikativen und körperlichen Fähigkeiten.
Bei dieser Bestandsaufnahme der therapeutischen Ausgangssituation konzentriert sich der Behandler/die Behandlerin zuallererst auf die vorhandenen Fähigkeiten des Patienten (Ressourcen) in den verschiedenen Lebensbereichen.
 Darüber hinaus werden Schwierigkeiten bzw. Auffälligkeiten in den Alltagshandlungen erfasst. Der Patiet und seine Bezugspersonen sind aktiv an diesem Prozess der Befundung beteiligt; ebenso bei der darauf aufbauenden Behandlungsplanung.

Ziele:

größtmögliche Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit des Patienten im Alltag
Vermeidung von Sekundärveränderungen, wie z.B. Gelenkversteifungen

Methode und Techniken:

das spezifische „Handling“, die Fazilitation
d.h. der Therapeut/die Therapeutin benutzt die eigenen Hände bzw. den eigenen Körper, um dem Patienten gezielte Informationen am Körper zu vermitteln. Über taktile und verbale Informationen soll der Patient lernen sensorische, assoziative und emotionale Reize zu erkennen, zu filtern, zu verarbeiten und adäquat motorisch zu beantworten.

 … die gezielte Gestaltung des Umfelds
über die Auswahl und/oder Anpassung von Gebrauchsgegenständen bzw. Hilfsmitteln.

… die Auswahl von sinnvollen Aufgaben
dem Alter und der Leistungsfähigkeit des Patienten entsprechend.

Bobath Konzept
Das Wichtigste in Kürze

Alltagsorientierung
bedeutet, gezielte therapeutische Unterstützung in und für Alltagshandlungen, z.B. bei auftretenden Problemen in der Kommunikation, bei der Nahrungsaufnahme, beim Aus- und Ankleiden, in der Beschäftigung sowie bezüglich Mobilität und Körperpflege.

Die Eigenaktivität
des Patienten steht im Mittelpunkt des therapeutischen Prozesses.

Die Individualität
eines jeden Patienten drückt sich auch in dessen Lernverhalten aus. Es werden daher individuelle Lern- und Trainingsstrategien mit dem Patienten entwickelt.

Die Zusammenarbeit
der Behandler und Behandlerinnen verschiedener therapeutischer Fachdisziplinen mit dem Patienten, dessen Angehörigen, seinen Lehrern/Erziehern, dem Pflegepersonal sowie die Zusammenarbeit der medizinischen Therapeuten untereinander, bestimmt den therapeutischen Prozess.

Die persönlichen Anliegen
und Bedürfnisse des Patienten und seiner Bezugspersonen werden berücksichtigt.

Der wertschätzende Dialog
mit dem Patienten und den Bezugspersonen ist Grundlage jeglicher therapeutischer Bemühungen.

Entnommen www.bobath-vereinigung.de

Manuelle Therapie

Das Maitland® Konzept
Das Maitland® Konzept ist ein Konzept der Manuellen Therapie zur Befundaufnahme und Behandlung von Funktionsstörungen im Gelenk-, Muskel-, und Nervensystem. Die Anwendungen der Techniken im Maitland® Konzept basieren auf dem Clinical Reasoning unter Einbezug der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health).

Die Besonderheit des Konzeptes liegt in der Verknüpfung der individuellen und angepassten Befunderhebung und Behandlung des Patienten mit den klinischen Erfahrungen des Therapeuten und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Neben den passiven Gelenkmobilisationen und -manipulationen an den Extremitäten und der Wirbelsäule, werden neurodynamische Techniken, Muskeldehnungen, stabilisierende Übungen und individuell adaptierte Heimprogramme eingesetzt.

Maitland® Konzept für Patienten

Das Maitland® Konzept gehört zur Manuellen Therapie, einer speziellen Form der Physiotherapie. Diese Therapieform/Konzept befasst sich v.a. mit dem gezielten Untersuchen und Behandeln von Schmerzen und Problemen im Bewegungsapparat. Wie der Name Manuelle Therapie sagt, werden die Hände angelegt. So kann an der Wirbelsäule zum Beispiel, ein Problem ganz lokal und differenziert mobilisiert und behandelt werden. Aber auch an Gelenken wie der Hüfte, dem Knie- oder Schultergelenk, können manuelle Techniken direkt am Gelenk angewendet werden. Somit können Bewegungseinschränkungen und Schmerzen positiv beeinflusst werden.
Bei folgenden Beschwerden kann Manuelle Therapie helfen:

  • Rücken- und Bandscheiben-Beschwerden
  • Nacken- und Halswirbelsäulenprobleme
  • Arthrose, z.B. in Hüfte, Knie oder Wirbelsäule
  • Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen und Kiefergelenksprobleme
  • Nervenirritationen wie z.B. Einschlafen der Hände, Ischiasbeschwerden
  • Knieschmerz, z.B. nach Kreuzbandverletzungen oder Meniskusschaden
  • Ellbogenprobleme wie beispielsweise der Tennisellbogen
  • Beschwerden im Bereich der Hand, z.B. nach Frakturen, beim Karpaltunnelsyndrom
  • Fußprobleme, beispielsweise nach Bänderriss

Außerdem ist Manuelle Therapie hilfreich bei der Nachbehandlung von Operationen und Sportverletzungen, und auch bei der Arbeitsplatzberatung und der sportspezifischen Beratung und Bewegungsanalyse.

Die Behandlung wird immer mit einer ausführlichen Befragung über Ihre Beschwerden im Alltag begonnen. Ihre Beschreibung des Problems ist für uns sehr wichtig. Anschließend wird in einer genauen körperlichen Untersuchung der Grund ihrer Probleme gesucht. Eine Untersuchung eines Schulterproblems kann auch die Untersuchung Ihrer Halswirbelsäule, der Rippen und der Brustwirbelsäule zur Folge haben.

Die Untersuchung wird sehr individuell Ihrem Problem angepasst, vor allem auch in der Intensität. Die weitere Behandlung baut gezielt auf diese Untersuchung auf. Die festgestellten Störungen werden über speziell ausgewählte Maßnahmen behandelt.
 Diese Maßnahmen umfassen z.B.:

  • manuelle Gelenksmobilisationen
  • Techniken, um bessere Bewegungsfähigkeit von Nervengewebe zu erreichen
  • Muskeldehnungen und/oder Muskelkräftigungen
  • Aufklärung über Zusammenhänge der Entstehung des Problems, um einen langfristigen Behandlungserfolg zu gewährleisten
  • Schulung von alltags- und sportartspezifischen Bewegungsabläufen
  • Eigenübungen und Hilfe zur Selbsthilfe

Kontinuierlich kontrolliert dabei Ihr Therapeut, ob diese Maßnahmen den bestmöglichen Effekt erzielen. Dieses Vorgehen versucht den größtmöglichen Behandlungserfolg in einem kurzen Zeitraum zu ermöglichen.
Wir sind stets bemüht, unsere eigene Erfahrung durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu erweitern, um Ihnen eine effektive und individuell angepasste Behandlung zukommen zu lassen.

Entnommen www.imta.ch

Skoliosebehandlung nach Schroth

Nach Schroth ist die Skoliose eine Formverschiebung des Rumpfes und damit der Wirbelsäule, die nach drei Richtungen (Dimensionen) hin verläuft. 

Nach vorne-hinten (sagittal), nach beiden Seiten (bilateral), nach oben-unten (longitudinal). Daher die Bezeichnung: dreidimensional. Die Skoliose weist somit nicht nur einen, den thorakalen Bogen auf, der oft am meisten auffällt. Bei der Skoliose ist also der Rumpf auf dreidimensionale Weise verformt. Für die Behandlung der Skoliose spielt nach Schroth die Ergründung der Ursachen eine untergeordnete Rolle. Maßgebend lautet die Frage:

Was finde ich vor? und Wie kann ich es ändern?

In Zusammenwirken zwischen dem Orthopäden für eine genaue Diagnostik mit anschließender Vermessung der Wirbelsäulenverkrümmung und dem behandelnden nach der Schroth-Therapie ausgebildeten Therapeuten wird der Patient in die Schroth’schen Gedanken- und Ablaufvorgänge eingeführt.

Er sieht seine Fehlform zwischen den Spiegeln und erhält in Zusammenarbeit und unter Mithilfe des Therapeuten genaue Erklärungen und Anweisungen wie diese Fehlform wieder rückgängig gemacht werden kann unter der Vorstellung, das Gegenbild zu schaffen von dem, was der Körper augenblicklich zeigt.

Während des Übungsprozesses versucht der Patient sich unter Spiegelkontrolle optimal auszukorrigieren. Anschließend wird die korrigierte Haltungsposition durch bewusste Wahrnehmung von Muskellänge, Muskelentspannung, Gelenkstellung, sowie Gelenkkapseldehnung und Bänderdehnung verinnerlicht.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der dreidimensionalen Skoliosetherapie ist die Dreh-Winkel-Atmung. Diese dient zur Korrektur des skoliotischen Atemmusters. Ebenso kann mit der Dreh-Winkel-Atmung die skoliotische Verdrehung, die Seitenverbiegung, wie auch die bei der idiophatischen Skoliose regelmäßig bestehenden Hyperphose im Thorakalbereich (Brustkorb) korrigierend beeinflusst werden.

Die Physiotherapie hat ihren festen Platz in der Behandlung von idiopath. Skoliosen. Sie erfordert viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl seitens des Therapeuten sowie Körpergefühl und Disziplin vom Patienten selbst.

Die folgenden wichtigsten Behandlungsziele sind:

  1. Aufrichtung und Derotation der Wirbelsäule
  2. Verzögerung bzw. Aufhaltung der Krümmungszunahme
  3. Kräftigung der geschwächten Rückenmuskulatur
  4. Dehnung der verkürzten Rückenmuskulatur
  5. Ausdauertraining und Konditionsaufbau
  6. Erlernen der Drehwinkelatmung zur Korrektur
  7. Beseitigung von Bewegungseinschränkungen
  8. Verbesserung der Lungenfunktion
  9. Stabilisierung der physiologischen Haltung
  10. Verbesserung des Körpergefühls und der Wahrnehmung

Physiotherapie kann bei befundstabilen Skoliosen ambulant durchgeführt werden, bei beginnender Befundverschlechterung empfiehlt sich eine stationäre Intensivbehandlung zum Erlernen eines spezifischen Übungsprogramms zur täglichen häuslichen Anwendung, welches dann in regelmäßigen Abständen ambulant durch den niedergelassen Schroth-Therapeuten kontrolliert werden kann.

Entnommen www.deutsches-skoliose-netzwerk.de
Flyer zum Download

Gelenktherapie nach Dorn

Mit viel Fingerspitzengefühl werden Blockaden und/oder Fehlstellungen an der Wirbelsäule, aber auch an allen anderen Gelenken, ertastet.
Mit sanften Bewegungen und leichtem Druck durch den Therapeuten werden diese Blockaden gelöst und die Gelenke können sich wieder frei in ihrer korrekten Position bewegen.

Die Dorn-Therapie versteht sich als eine ganzheitliche Therapieform, da die Mobilisierung der Wirbelsäule auch andere Bereiche des Körpers positiv beeinflusst.
Grundlage der Behandlung nach Dorn ist zunächst die Feststellung eines möglichen Beckenschiefstandes. Hierbei scheint ein Bein kürzer zu sein als das andere, was aber in Wirklichkeit so gut wie nie der Fall ist. Fast immer handelt es sich um Gelenkfehlstellungen der Hüfte, Knie oder Fußgelenke.

Erst wenn man diese Fehlstellungen mit gezielten Handgriffen behandelt hat, und der Patient wieder gerade auf seinen Beinen steht, beginnt die Behandlung der Wirbelsäule. An der Wirbelsäule wird jeder einzelne verschobene Wirbel ertastet und dann ganz gezielt behandelt, indem der Therapeut leichten manuellen Druck auf den Wirbel ausübt. Der Patient muss währenddessen, nach Anweisungen des Therapeuten, bestimmte Pendelbewegungen ausführen.
Im akuten Fall kann sich jeder Patient, der „seine“ Übungen beherrscht, auch schnell einmal selbst helfen.

Manuelle Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage dient der Entstauung von geschwollenem Gewebe.  Ziel der Behandlung ist es, die reduzierte Pumpfunktion des Gefäßsystems zu unterstützen.  Physiotherapeuten verwenden spezielle Handgriffe, bei denen zum Beispiel durch rhythmische, kreisende und pumpende Bewegungen der Handflächen die angestaute Flüssigkeit in Richtung der zuständigen Lymphknotenstation abtransportiert wird.

Durch die Atmung und durch zusätzliche Anregung entfernt liegender Lymphknoten kann dabei eine Sogwirkung erzielt werden, die den Abtransport der Gewebsflüssigkeit begünstigt. Das Gewebe schwillt ab, die Schmerzen werden gelindert und das Gewebe wird lockerer und weicher, was sich ebenfalls auf die Beweglichkeit auswirkt.

Die Manuelle Lymphdrainage wird häufig als 2-Phasentherapie angewandt.
Die Phase I der Entstauung bedeutet tägliche Lymphdrainagetherapie, Hautpflege, Kompressionstherapie mit Bandagen und Entstauungstherapie,
die Phase II bedeutet Manuelle Lymphdrainage nach Bedarf und Kompression mit einem nach Maß angefertigten Kompressionsstrumpf und Gymnastik zur Entstauung.

Die Manuelle Lymphdrainage ist somit ein Teil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie.

K-Active Tape

Das Hauptziel besteht darin, körpereigene Leistungs- und Heilungsprozesse durch ein spezielles Material beziehungsweise durch die entsprechende Anlagetechnik zu unterstützen. Das Taping fördert unter anderem die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers und unterstützt oder optimiert die Gelenkfunktionen. Das Taping kann über die verbesserten neuronalen Vernetzungen zu einer Verbesserung der Propriozeption und der muskulären Ansteuerung beitragen. Somit stellt es eine mögliche Grundlage für eine Verletzungsprophylaxe und Leistungssteigerung im Sport sowie für eine schnellere Heilung nach Verletzungen oder Operationen dar.

Mittels des Tapes soll die körpereigenen Regulations- und Selbstheilungsmechanismen des menschlichen Körpers unterstützt werden, um somit die Therapieergebnisse zu optimieren. Es wird  ein ganzheitliches Assessment (Untersuchung) durchgeführt. Es werden so viele Informationen wie möglich gesammelt, um daraus ein theoretisches Gedankenmodell entwickeln zu können.

Das besondere bei dieser Methode ist es, die erarbeiteten „möglichen Ursachen“ vom Körper bestätigen zu lassen. Dabei wird ein sensorischer Probestimulus mittels der Hand des Therapeuten verwandt, um die Veränderungen durch das Tape zu symbolisieren. Die ganzheitliche Betrachtungsweise des menschlichen Körpers mit seinen vielfältigen Vernetzungen über Strukturen wie beispielsweise Haut, Faszien, Muskeln, Meridiane etc. bildet die therapeutische Grundlage des K-Active Taping.

Das K-Active Tape ist den Eigenschaften der Haut nachempfunden und übermittelt dadurch scheinbar „positive“ sensorische Informationen an unseren Körper.
Über die vom Körper als positiv empfundenen Stimuli können die Schlüsselpunkte sowie die Art der Anlage definiert werden. Diese Vorgehensweise ist der rein vom Therapeuten durchgeführten standardisierten Anlage überlegen – denn nur der Körper kennt sich und nur der Körper kann heilen.

 Die jahrzehntelange therapeutische Erfahrung zeigt, dass K-Active Taping in der Prophylaxe, bei allen Schmerzproblematiken, bei postoperativen und posttraumatischen Zuständen erfolgreich angewandt werden kann. Zu den verschiedenen Bereichen zählen unter anderem Orthopädie, Sportphysiotherapie, Lymphologie, Neurologie, Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe oder Kinderheilkunde.

Durch den Einsatz von K-Active Tapes werden Behandlungen ergänzt, um die Ergebnisse zu verbessern.
 Im Zusammenwirken und Ineinandergreifen aller therapeutischen Anteile liegt der Schlüssel für optimale Ergebnisse des K-Active Taping.

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FDM Behandlung

Krankheitsbilder des Bewegungsapparates, die mit akuten oder chronischen Schmerzzuständen einhergehen, können mit den Faszientechniken in der Heilung deutlich beschleunigt werden, sodass der Patient eine höhere Belastbarkeit oder eine völlige Schmerzfreiheit verspürt.

Bei einem Trauma kommt es zu einer Verdrehung bzw. Aufspaltung der Faszienschicht, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung führt. Faszien sind im Körper immer so ausgerichtet, dass sie die auftretenden Kräfte entsprechend ableiten können.

Tritt nun eine Kraft auf, die nicht in dieser Richtung, sondern entsprechend quer zum Faserverlauf auftritt, kann es zu einer Aufspaltung der Faszie kommen. Diesen Zustand der Faszie nennt man im Faszien Distorsions Modell ein Triggerband.

Die Beschwerden der Patienten werden aufgrund der

  • klinischen Erscheinung
  • der Körpersprache und
  • der Anamnese

den jeweiligen Distorsionen des FDM zugeordnet und mit der entsprechenden Technik behandelt.  Dies erleichtert die Arbeit und Kommunikation zwischen Therapeuten und Patienten.  Es ist kein umständliches Testen und Suchen erforderlich.

Nachdem die vorliegende Distorsion erkannt wurde, erfolgt die Therapie in erster Linie mittels spezifischer manueller Handgriffe. Zum Teil sind diese für den Patienten etwas unangenehm. Gelegentlich können zur Unterstützung kleinere Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Was sind Faszien?

  1. Faszien spielen im Körper eine Vermittlerrolle zwischen Muskeln und Knochen. So sorgen sie für mehr Stabilität als Muskeln, aber gleichzeitig auch für mehr Mobilität als Knochen.
  2. Fasziales Gewebe finden wir in allen Teilen unseres Körpers. Jede einzelne Zelle wird von einer Faszie umhüllt. Würde es uns gelingen, den Inhalt der faszialen Umhüllungen zu entfernen, so würde trotzdem eine exakte Hülle des Menschen bestehen bleiben.
  3. Dr. Robert Schleip (Uni Ulm) hat nachgewiesen, dass Faszien kontraktile Elemente enthalten. Dies führt bei andauerndem Stress über das autonome Nervensystem zu einer Erhöhung des faszialen Tonus, welches wir dann als Spannung und Steifigkeit spüren.
  4. Faszien kann man zu den Sinnesorganen zählen. Sie enthalten mehr Nervenfasern als beispielsweise unsere Haut oder Augen. Daher führt eine Störung in der Faszie auch zum Teil zu sehr starken Schmerzen.
  5. Über fasziale Ketten werden Spannungen im ganzen Körper verteilt. Physiologisch dient dies dazu, auftretende Kräfte durch Verteilung abzuschwächen. Pathologisch kommt es durch Restriktionen an einer Stelle zu einer Fehlspannung an einem möglicherweise weit davon entfernten Körperteil.
  6. Faszien unterstützen die Muskulatur bei Kontraktion. Sie halten den Muskel in seiner Form und bieten ihm ein Widerlager zum Kraftaufbau. Durch Vordehnung speichert die Faszie Energie, welche bei Bewegung dann zusammen mit dem Muskel freigegeben wird (z. B. beim Speerwerfer).
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 PNF

Bei der Propriozeptiven neuromuskulären Fazilitation (PNF) handelt es sich um eine physiotherapeutische Behandlungsmethode, die gestörte Bewegungsabläufe wieder normalisieren soll. Im Vordergrund steht hierbei die Stimulation von Druck- und Dehungsrezeptoren durch Druck, Dehnung, Entspannung und Streckung.

Die PNF-Methode ist eine Ganzkörperbehandlung, die auf neurophysiologischen Grundprinzipien basiert. Sie gehört zu etablierten Physiotherapieverfahren z.B. nach Schlaganfall.

Im Fokus steht eine Verbesserung des Zusammenspiels zwischen Muskeln und Nerven. Dieses Zusammenspiel wird durch die Reizbildung und Reizleitung im nervalen und muskulären System beeinflusst. Gewünschte Bewegungen werden angebahnt (Fazilitation) und unerwünschte Bewegungsmuster gehemmt (Inhibition).

Die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) soll zum einen die Spastizität herabsetzen und zum anderen die motorische Kontrolle, Mobilität, dynamische Stabilität, Ausdauer, Kraft und die Geschicklichkeit und Koordination des Betroffenen fördern. Die Therapie ist auf definierte Bewegungsmuster (sogenannten Pattern) ausgerichtet, welche sich an Alltagsfunktionen orientieren. Diese für den Betrachter meist nicht sichtbaren Bewegungsmuster zeigen sich in Halte- (statisch) und Bewegungsfunktionen (dynamisch) unseres Körpers.

Der Physiotherapeut arbeitet mit diesen Mustern und wendet dabei spezielle Techniken an. Durch speziell durchgeführte Stimulationen wie z.B. Druck, Zug, Dehnung und Widerstand kommt es zu den erwarteten Reaktionen im Sinne einer vermehrten Muskelkontraktion oder auch Muskelentspannung. Darüber hinaus nehmen auch solche Informationen einen entscheidenden Einfluss auf die Therapie, die von dem Therapeuten über Berührungen, visuelle Zeichen und verbale Anweisungen vermittelt werden.

Die Techniken der propriozeptiven neuromuskulären Fazilitation sind sowohl im Stehen, Sitzen und Liegen, als auch beim Gehen anwendbar und können daher individuell auf den Zustand des Patienten abgestimmt werden.

Der Therapieverlauf ist in Befragung und Untersuchung, Hypothesenaufstellung, Behandlung, regelmäßiger Überprüfungen und anschließendes selbstständiges Training zu Hause gegliedert. Der Charakter der ständigen Wiederholungen der Methode ist wichtig, da somit eine Übertragung der Bewegungsabläufe in den Alltag erfolgen kann.